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IMPROVISATION UND HARMONIE

IMPROVISATION UND HARMONIE

17.06.2013 - 10:54 Uhr

Neue Westfälische Zeitung

HERFORD Nr. 133 – Mittwoch, 12. Juni 2013


Gypsi Swing mit Joscho Stephan und Patric Siewert


Gypsi Swing aller höchster Güte konnte man am Samstagabend in der Musikschule Lenze an der Goltzstraße erleben. Die Musiker Joscho Stephan (Gitarre) und Patric Siewert (E-Bass) spielten Auszüge aus Siewerts kürzlich veröffentlichten Debütalbum. Beide Künstler genießen in der Musikszene hohes Ansehen. Joscho Stephan als Vertreter des Gipsy (Zigeuner) Jazz und Swing gilt als Nachfolger des legendären belgischen Gitarristen Django Reinhardt, der seinerseits als Gründungsvater des europäischen Jazz angesehen wird. Patric Siewert ist studierter Bassist und gilt besonders in der Fusion-Jazz Szene als großer Aufsteiger. In zweimal 45 Minuten brillierte das Duo und nahm sein Publikum mit auf eine musikalische Reise, auf der es bekannte Klassiker neu interpretierte. Zu hören gab es Stücke wie „Summertime“ von George Gershwin, „Donna Lee“ von Charlie Parker und auch die Eigenkomposition „Feuerball“. Der Vortrag war geprägt von Improvisation, und beide Künstler übernahmen abwechselnd die Führung. Joscho Stephan und Patric Siewert sind noch nicht allzu oft gemeinsam aufgetreten. Deswegen war die perfekte Abstimmung und Harmonie des Vortrages umso erstaunlicher. Die rund 70 Besucher des Abends belohnten jedes der 15 Stücke mit reichlich Beifall. Die Musikschule Lenze bietet regelmäßig Themenabende an, die für jedermann offen sind. Informationen dazu gibt es unter www.musikschule-lenze.de


(alex.)

CD-Rezension

CD-Rezension

03.05.2013 - 10:23 Uhr

Bass Professor 02/2013 – Ausgabe 69


Man ist doch immer wieder überrascht, wenn der deutschen Szene auf einmal ein neues Talent entsteigt. Patric Siewert aus Herne gehört zu diesen Talenten und bewegt sich stilistisch im Fahrwasser von Fusion-Größen wie Gary Willis oder Alain Caron. Neun Stücke befinden sich auf der Debüt-CD des sympathischen Mannes aus Herne, der hier mit wechselnden musikalischen Partnern zu hören ist. Musikalisch begrüßt wird man von „Feuerball“, einer Up-Tempo im Swing, Sinti und Roma-Stil. In fast jedem Stück dominiert der flüssige, mitunter Staccato-artige Walking-Stil von Patric Siewert. Man merkt, dass es sich um eine Debüt-CD handelt, denn die Stücke sind in Ihrer Stilistik sehr verschieden und deutlich virtuos gehalten. Zu hören sind Stücke, die Siewert für seine zwei (!) Trio-Besetzungen komponiert hat, aber auch drei Nummern, in denen er im Duett mit Kontrabassisten zu hören ist. Als ein kleines Juwel entpuppt sich „Die Reise“. Hier hören wir Siewert am Solo-Bass. Ein lyrisches Stück, das durch die Flageoletts an Jaco erinnert. Aufgenommen wurde die CD übrigens im Sonar Klang Studio in Haltern am See, dass sich besonders bassfreudig zeigt, was sich im exzellenten Klang der Scheibe wiederspiegelt. Da nimmt man gerne auf! Patric Siewert verläßt sich live und im Studio auf Worp-Bässe der Schmiede von Bassline aus Krefeld. Jüngst wurde ihm von Bassline-Boss Rüdiger Ziesemann ein leckerer 6-Saiter fretless gebaut. Patric Siewert – von diesem Mann wird man noch viel hören!


Roland Kaschube